Stadt der jungen Forscher 2013

Der Titel „Stadt der jungen Forscher“ wird seit 2009 von der Körber-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Deutsche Telekom Stiftung verliehen, die Städte auszeichnen und fördern, die in vorbildlicher Weise Jugendliche für Wissenschaft begeistern. Im Jahr 2013 war Rostock die „Stadt der jungen Forscher“.
Das Vorbildliche an Rostock: Die Verbindung von Schule und Wissenschaft hat hier große Tradition. Schülerlabore und Angebote der naturwissenschaftlichen Didaktik-Lehrstühle fördern schon früh den wissenschaftlichen Nachwuchs. Und auch durch Veranstaltungen wie der jährlichen "Science @ Sail“, der „Kinder-Uni Rostock“ oder der „Wissenskarawane“ wird Wissenschaft auf vielfältige Weise in die Öffentlichkeit getragen und vor allem Jugendliche für wissenschaftliche Themen interessiert. Mit dem „Rostocker Wissenschaftsjahr 2009“ beflügelte unser  zwei Jahre zuvor gegründete Wissenschaftsmarketingverein [Rostock denkt 365°] die Aktivitäten, schuf neue Formate und mehr Aufmerksamkeit.
Nun tat Rostock noch mehr für seinen Nachwuchs. Bereits im Herbst 2010 begannen auf Initiative von [Rostock denkt 365°] die Vorbereitungen zur Bewerbung als „Stadt der jungen Forscher 2013“, die am 27. März 2013 von Erfolg gekrönt wurden. An diesem Tag setzte sich die Hansestadt im Finale in Bonn gegen Jena durch. Am 21. Juni wurde in Karlsruhe, Titelträgerin 2012, der Preis an Rostock übergeben.


Zuvor fand am 12. und 13. September 2011 die erste stadtweite Schülerkonferenz statt, an der sich 200 Schülerinnen und Schüler aus 20 Rostocker Schulen beteiligten. Das Ergebnis: 36 Projektideen, bei denen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und das Zusammenleben im Zentrum standen. Daraus resultierte das Motto des Jahres „Wir machen Wind“.
Als „Stadt der jungen Forscher 2013“ wollte Rostock nicht nur sein Engagement in der Verknüpfung von Wissenschaft und Schule krönen. Die Aktivitäten sollten einen wesentlichen Beitrag zur Nachwuchsgewinnung leisten. Nicht nur für die neun großen Wissenschaftseinrichtungen der Region, in der 5.000 Wissenschaftler und 15.000 Studierende wirken, sondern auch für hiesige Unternehmen. Denn unter dem Titel „Wir machen Wind“ fand von November 2012 bis September 2013 auch ein Schülerwettbewerb statt, an dem sich Acht- bis Zwölftklässler in 33 Teams der Stadt und des Landkreises Rostocks erfolgreich beteiligten.


Unser Jahresprogramm 2013

Mit dem Preisgeld von 65.000 Euro förderte Rostock zu großen Teilen die 39 Schülerprojekte. Ein weiterer Teil der Summe sowie die Beteiligung vieler Sponsoren und Spender flossen in die Gestaltung von Veranstaltungen, die Wissenschaft auf die Straße brachten. So wurden der dynamische Wissenschafts- und Bildungsstandort und seine vielfältigen Verflechtungen auf unterhaltsame Art und Weise sichtbar gemacht.

16. Januar Auftakt
14:00 Uhr, Innerstädtisches Gymnasium, Aula, Goethestraße 5, 18055 Rostock
Eingeladen sind alle Mitglieder der Schülerprojekte sowie deren Betreuer, Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft, Eltern. Die Veranstaltung ist eingebunden in die „Wissenskarawane Mecklenburg-Vorpommern“.

22. Februar Workshop für „Schüler-Science-Slam“
9:00 – 16:00 Uhr, Universität Rostock, Ulmenstraße 69, Haus 1, 18057 Rostock
60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Schülerwettbewerbs „Wir machen Wind“ lernten hier die Grundlagen erfolgreicher Präsentationen. Neun Gruppen von ihnen bereiteten sich gezielt auf den „Schüler-Science-Slam“ am 20. März 2013 vor.
Die Organisatoren von „Stadt der jungen Forscher 2013“ und die Agentur H2F haben anschließend die Interessenten direkt betreut.

14. März Workshop Lichtverschmutzung
10:00 – 16:00 Uhr, Universität Rostock, Ulmenstraße 69, Haus 1, 18057 Rostock
Der Workshop brachte unter maßgeblicher Initiative des BilSE-Instituts für Bildung und Forschung GmbH all jene Schülerprojekte, die sich mit Lichtverschmutzung beschäftigen, mit Forschern des BMBF-Projekts „Verlust der Nacht“ zusammen. Dieses untersucht erstmals die ökologischen, gesundheitlichen sowie kulturellen und sozioökonomischen Auswirkungen, aber auch die Ursachen für die zunehmende Beleuchtung der Nacht. Die Schülerinnen und Schüler besprachen dabei ihren wissenschaftlichen Ansatz mit gestandenen Wissenschaftlern.

20. März „Schüler-Science-Slam“
13.30 – 15:00 Uhr, Stadthalle Rostock, Südring 90, 18059 Rostock
Bei diesem einzigartigen Wettstreit rangen sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Schülerwettbewerbs „Wir machen Wind“ mit Worten um die beste Darstellung ihrer Projekt-Ideen und -Ergebnisse. Die Veranstaltung war eingebunden in das Landesfinale von „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ Mecklenburg-Vorpommern.

25. April „Lange Nacht der Wissenschaften“
17:00 – 23:00 Uhr, viele Wissenschaftseinrichtungen in Rostock
Aus Anlass der „Stadt der jungen Forscher 2013“ wurde die traditionsreiche Veranstaltung, die 2013 zum zehnten Mal in Rostock stattfand, zu einer “Langen Nacht der jungen Forscher“.

6. - 7. Juni Fachtagung „Keine Angst vor Wissenschaft!“
ganztags, Rathaus Rostock, Neuer Markt 1, 18055 Rostock
Die Tagung verstand sich als bundesweites Gipfeltreffen der Initiativen, Netzwerke und Akteure im Bereich des forschenden und wissenschaftsnahen Lernens und vereint 200 Experten aus ganz Deutschland. In Workshops wurden Konzepte, Formate, Themen und Methoden und vor allem Beispiele guter Praxis in Schule, Wissenschaft und Wirtschaft vorgestellt.

6. Juni „Windbörse“ (parallel zur Fachtagung „Keine Angst vor Wissenschaft!“)
14:00 – 18:00 Uhr, Nikolaikirche, Bei der Nikolaikirche 1, 18055 Rostock
Das Wissenschaftsfestival zeigte erste Ergebnisse des Schülerwettbewerbs „Wir machen Wind“. Die Veranstaltung begleitete die Fachtagung „Keine Angst vor Wissenschaft!“ und solle deren Gäste aus ganz Deutschland inspirieren. Unterhaltsame Vorträge, Wissenschaftsshows und Musik lockten viele Rostocker. Für die Schülerinnen und Schüler klang der Abend am Lagerfeuer aus.

6. Juni Empfang der Stiftungen und Auszeichnung der „Stadt der jungen Forscher 2014“
19:00 – 22:00 Uhr, Ausfahrt mit der „MS Ostseebad Warnemünde“, Warnow & Ostsee
Rostock war stolz, Würzburg den Staffelstab überreichen zu können. Die „MS Ostseebad Warnemünde“ war ein idealer Rahmen für die Weitergabe des Titels.

20. September „Gedankenstürme“ – Finale
Universitätsplatz, 18055 Rostock
Hier präsentierten sich alle 39 Projekte des Schülerwettbewerbs „Wir machen Wind“ vor einer Jury. Diese kürte die beste Idee, Umsetzung und Präsentation. Eingebunden in das Finale der „Stadt der jungen Forscher 2013“ waren weitere Veranstaltungen.


Übersicht aller eingereichten Schülerprojekte für den Wettbewerb „Wir machen Wind"

Hier finden Sie alle Schülerprojekte, sortiert nach den Schulen.

Rostock | Borwinschule Rostock
„Black Storys um den Brand von 1677 in Rostock“

Rostock | CJD Christophorusschule Rostock
„Welche Chancen bietet ein Auslandsstudium am Beispiel der Universitäten Rostock und Sonderborg“

Rostock | Erasmusgymnasium Rostock
„Green PC erobern Schulen“
„Korallenriff – Regenwald der Meere“
„Primaten und ihr Sozialverhalten – Erstellung von Soziogrammen“
„Konzeption zur Schneebeseitigung auf dem LIDL-Zentrallager Rostock“
Schülernetzwerk „Darwineum – Im Auftrag der Wissenschaft“

Rostock | Erasmusgymnasium Rostock und Gymnasium Reutershagen
„Spex – SmartphoneXtension“

Rostock | Gymnasium Reutershagen Rostock
„DPN – Disabled Person Navigation“
„Virtuelles Museum Rostock“
„Weltraumwetter-Projekt SOFIE“

Rostock | Innerstädtisches Gymnasium Rostock
„Der ,Grüne’ Computer“
„CO2 – keine Chance in Rostock! Kohlendioxid-Fänger zur Bekämpfung des schädlichen Klimagases in Rostock“
„Nachbarn in der Geschichte – Regionalgeschichtliche Erfahrungen von Nachbarschaftsbeziehungen“
„Studie zum Wasserverbrauch und zur Wasserqualität im Rostocker Zoo“
„Global-Laser“
„Qualität des Trinkwassers in Rostock“
„Informationssysteme im öffentlichen Raum für Menschen mit Sehbehinderung“
„Täglicher Wasserverbrauch einer Kita“
„Studie zum Antibiotika – Einsatz in der Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern“
„Identifikation von Pflanzenduftstoffen und deren Neutralisierung“
„Optimierung der Umrüstung auf LED-Röhren in der Universität Rostock“

Rostock | Krusensternschule Rostock
„Senior Future“

Rostock | Musikgymnasium Käthe Kollwitz
„Erstellung eines Konzepts für das Beleuchtungssystem eines Universitätsparkplatzes“
„Team Erneuerbare Energien: Probleme der Nutzung erneuerbarer Energien und alternative Lösungsansätze zur Abwärmenutzung und Stromspeicherung“
„Blutspendebereitschaft“

Rostock | Werkstattschule Rostock
„Teatro Lautaro in Rostock – Chilenische Exilschauspieler in den 1970ern“
„Effizienz von Solarzellen“
„Rostock-Lichtenhagen 1992 in Schülerreflexionen“

Rostock | Werkstattschule Rostock und Jenaplanschule Rostock
„Windlicht“

Rövershagen | Gymnasium an der Rostocker Heide Rövershagen – Europaschule
„Wärmetoleranz aquatischer Kleinlebewesen in sonnenexponierten Gewässern der Rostocker Heide: ein Beitrag zu möglichen Auswirkungen einer Klimaerwärmung“
„Standortanalyse im Innovations- und Trendcenter Bentwisch“

Bützow | Geschwister-Scholl-Gymnasium Bützow
„Lichtverschmutzung in Bützow“


Das Finale des Schülerwettbewerbes „Wir machen Wind“

Ein Jahr lang war Rostock „Stadt der jungen Forscher 2013“. Welche jungen Forscher in diesem Zeitraum am besten wissenschaftlich gearbeitet haben, wurde am 20. September 2013 entschieden.
In der Abschlussveranstaltung „Gedankenstürme“ der „Stadt der jungen Forscher 2013“ zeigten sich 24 Schülerprojekte des Wettbewerbs „Wir machen Wind“ einer Jury. Die teilnehmenden 119 Schülerinnen und Schüler 8. bis 12. Klassen präsentierten die erreichten Ziele, ihre Methodik, aber auch, welche Hindernisse sie zu überwinden hatten.
Kriterien für die Jury – die sich aus Vertretern von Wissenschaft, Schule, Verwaltung und Wirtschaft zusammensetzt – waren unter anderem die Präsentationsfähigkeiten, die realisierten Ergebnisse, die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und die Nachhaltigkeit eines Projektes.
Von September 2012 an hatten 39 teilnehmende Vorhaben aus Schulen der Hansestadt und des Landkreises Rostock Zeit, eigene Ideen mittels forschenden und wissenschaftsnahen Lernens umzusetzen. Hierzu arbeiteten rund 200 Schülerinnen und Schüler mit Wissenschaftseinrichtungen zusammen, einige obendrein mit Unternehmen oder kommunalen Institutionen.

Die Sieger

Es gab sechs gleichrangige Gewinner:

„Lichtverschmutzung in Bützow“ (Geschwister-Scholl-Gymnasium Bützow)
Das Juryurteil: Die Gruppe hat die Thematik von allen Seiten beleuchtet: technisch, ökonomisch, ökologisch und politisch.

„Rostock-Lichtenhagen 1992 in Schülerreflexionen“ (Werkstattschule Rostock)
Das Juryurteil: Die Thematik wurde mit Akribie und Systematik angegangen. Als bemerkenswert wurde beurteilt, dass das schwierige Thema von Jugendlichen für Jugendliche verständlich aufbereitet wurde.

„Windlicht“ (Werkstattschule Rostock und Jenaplanschule Rostock)
Die Jury urteilte: Das Projekt stellt eine ideale Kombination aus Mechanik und Hightech dar und entwickelte ein bekanntes Prinzip, die persische Windmühle, für eine konkrete Anwendung weiter.

„DPN – Disabled Person Navigation“ (Gymnasium Reutershagen Rostock) und „Informationssysteme im öffentlichen Raum für Menschen mit Sehbehinderung“ (Innerstädtisches Gymnasium Rostock)
Die Jury bewertete beide thematisch ähnlichen Projekte gleichrangig. Überzeugend waren hier der methodische Ansatz und der sehr weite Projektfortschritt.

„Wärmetoleranz aquatischer Kleinlebewesen in sonnenexponierten Gewässern der Rostocker Heide: ein Beitrag zu möglichen Auswirkungen einer Klimaerwärmung“ (Gymnasium an der Rostocker Heide Rövershagen – Europaschule)
Das Juryurteil: Das Projekt ist ein wunderbares, gelungenes Beispiel für eine wichtige Grundlagenforschung.

„Teatro Lautaro in Rostock – Chilenische Exilschauspieler in den 1970ern“
(Werkstattschule Rostock)
Die Jury überzeugte vor allem das Bemühen um Öffentlichkeit, die Leidenschaft und Kreativität in der Präsentation.

Zudem gab es einen Sonderpreis:

„Senior Future“ (Krusensternschule Rostock)
Die Jury urteilte, dass das Vorhaben zwar aus dem Rahmen fällt, da hier nicht streng wissenschaftlich gearbeitet wird. Doch das Engagement der Schüler für ältere Menschen überzeugte.


Download

Unsere Bewerbung
Ergänzung der Bewerbung zur Finalrunde
Präsentation unserer Bewerbung in der Finalrunde
Flyer zu „Stadt der jungen Forscher 2013“
Pressemitteilung der Hansestadt Rostock zum Erhalt des Titels
Pressemitteilung Deutschen Telekom Stiftung/Robert Bosch Stiftung/Körber-Stiftung
Abschlussbericht zu „Stadt der jungen Forscher 2013“ offen