Rostock's Eleven 2010

Datum

9. June 2010
11. June 2010

Mit Ballons das Chaos erforschen

Zum zweiten Mal wurde am 11. Juni 2010 in Rostock der Nachwuchswissenschaftlerpreis „Rostock’s Eleven“ vergeben. Er ging an Anne Theuerkauf (28) vom Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik Kühlungsborn (IAP) für ihren Vortrag „Mit Ballons das Chaos erforschen“.
In ihrem Vortrag erläuterte die in Berlin geborene Physikerin, wie mit Hilfe von Stratosphärenballons kleinsträumige Fluktuationen der Windgeschwindigkeit in 35 Kilometer Höhe erforscht werden. Chaotisch ablaufende Prozesse in der Stratosphäre sind ein noch sehr junges Forschungsthema, das aber für die Luft- und Raumfahrt sowie Erkenntnisse über den Klimawandel von großer Bedeutung ist.

„Ziel unserer Forschungen ist es, die in der Stratosphäre ablaufenden Prozesse besser zu verstehen und damit einen Beitrag zur Klimaforschung zu leisten“, sagte Theuerkauf. Die Preisverleihung fand in der Rostocker Universitätskirche statt.

 „Ihre souveräne Präsentation, die Verwendung guter sprachlicher Bilder und anschaulicher Anekdoten – zum Beispiel, wie die wertvollen Messsonden nach ihrer Landung wiedergefunden werden, überzeugte die Jury“, sagte Jurymitglied Magdalena Hamm, die als Jahreshospitantin im Ressort Wissenschaft der Wochenzeitung DIE ZEIT arbeitet.

Anne Theuerkauf hat an der Freien Universität Berlin Meteorologie und im Nebenfach Physik und Geographie studiert. Ihre Diplomarbeit schrieb sie über die Modellierung arktischer Grenzschichten. Sie arbeitete auf der deutschen Arktisstation in Spitzbergen (Norwegen) und absolvierte ein Auslandsemester an der Universität Uppsala (Schweden). Seit 2007 ist sie Doktorandin am Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik Kühlungsborn, das eng mit dem Institut für Physik der Universität Rostock kooperiert.

Platz zwei belegte Dr. Sandra Düpjan (32) vom Leibniz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf mit ihrem Beitrag „Wie bewerten Schweine ihre Umwelt? – Neue Wege für den Tierschutz.“ Dieser Vortrag, so die Jury, habe besonders durch seine Anschaulichkeit und Lebendigkeit bestochen.

Platz drei ging in diesem Jahr an Markus Krohn (32) vom Department Aging Science and Humanities der Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock. Krohn vermochte es, in seinem Vortrag „Wenn die Müllabfuhr des Gehirns nicht mehr funktioniert“ den komplexen Charakter von Alzheimer-Erkrankungen verständlich darzustellen, Einblick in die aktuellsten Forschungen zu geben und dabei mit gängigen Vorurteilen aufzuräumen.

Elf junge Wissenschaftler von elf wissenschaftlichen Einrichtungen des Wissenschaftsstandorts Rostock – „Rostock´s Eleven“ – stellten sich am 10. Juni 2010 mit ihren Vorträgen dem Urteil von elf Wissenschaftsjournalisten aus dem gesamten Bundesgebiet.
Siegchancen hatte, wer sein Forschungsthema am überzeugendsten darstellen und den Nutzen seiner Arbeit leicht verständlich deutlich machen konnte.
Der Preis ist mit 365 Euro dotiert und wurde in diesem Jahr vom Verein [Rostock denkt 365°] gestiftet. „Exzellente Forscher müssen zunehmend auch exzellentes Marketing betreiben. Gutes Wissenschaftsmarketing wird immer wichtiger. Es entscheidet mit über Drittmittel, die Wettbewerbsfähigkeit der Universitäten und schließlich die der Exportnation Deutschland“, sagte Prof. Dr. Wolfgang Schareck, Rektor der Universität Rostock. Junge Forscher auf diesem Weg zu begleiten, ist auch eine Aufgabe der Hochschulen. „Wir sind hier mit Rostock´s Eleven auf einem viel versprechenden Weg“, so Schareck.

Prof. Dr. Udo Kragl, Dekan der Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock und Vorsitzender des Vereins [Rostock denkt 365°], würdigte den Nachwuchswissenschaftler Wettbewerb „Rostock´s Eleven“ als einen wichtigen Schritt, die Forschungsregion Rostock neu zu vermarkten.

„Die Universität und die Forschungsinstitute der Region arbeiten in einer völlig neuen Qualität zusammen“, so Kragl. Dem Wettbewerb „Rostock´s Eleven“ gingen intensive Vorbereitungen voraus, die der Arbeitskreis Wissenschaft-Wissenschaft des Vereins koordinierte.


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