Europäisches Schülerparlament (EUSP)

Seit 2001 führte die Initiative „Wissenschaft im Dialog“ aus Berlin alle zwei Jahre Schülerparlamente auf nationaler Ebene zu aktuellen wissenschaftlichen Themen durch.

Es ging darum, Jugendliche mit Wissenschaftler:innen zusammen zu bringen, um mit ihnen aktuelle Themen der Zeit zu erörtern und sich dabei Wissen und demokratische Verhaltensweisen anzueignen. Das Schülerparlament dauerte je drei Tage. In dieser Zeit erarbeiteten die Jugendlichen zu den jeweiligen Themen eine Resolution, die in einer parlamentarischen Debatte nach demokratischen Spielregeln zur Abstimmung gebracht wurde. Dazu gehörten auch leidenschaftliche Diskussionen in englischer Sprache.

Da sich die nationalen Parlamente so gut bewährt hatten, wurde das Projekt mit dem EuroScience Open Forum (ESOF) gekoppelt, welches alle zwei Jahre stattfindet. Das erste europäische Schülerparlament fand 2014 in Kopenhagen statt. Dazu wurden aus den nationalen Parlamenten jeweils fünf Schüler:innen delegiert, um mit anderen europäischen Vertreter:innen zu diskutieren. Zum Abschluss wurde eine gemeinsame länderübergreifende Resolution Vertretern des Europäischen Parlamentes überreicht. Diese Schülerparlamente lassen Jugendliche als Abgeordnete fungieren und sorgen so für mehr Verständnis über demokratische Mechanismen.


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Rostocker Schülerparlament 2016

Im Sommer 2015 erhielt der Verein von „Wissenschaft im Dialog“ eine Anfrage, ob wir Interesse hätten, im Rahmen „Debate Science – Europäische Schülerparlamente“, ein Rostocker Schülerparlament zu organisieren.

Der Zeitrahmen für die Vorbereitungen war zwar knapp, aber dennoch wollte der Verein sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen. So begann eine arbeitsintensive Zeit: angefangen mit den Kontakten zu den Schulen, über die Organisation der Räumlichkeiten, der Gewinnung von Wissenschaftler:innen und Moderator:innen bis hin zur Finanzierung. Obwohl der Verein mit dem Parlament Neuland betrat, gelang es den Beteiligten, diese Aufgabe zu meistern.

Mit einer Plakataktion im Stadtgebiet wurde unter dem Motto „Wir machen nicht nur Wind – Rostock goes to Manchester“ auf das Ereignis aufmerksam gemacht.

Gleichzeitig gelang es dem Verein, den damaligen Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur von Mecklenburg-Vorpommern, Herr Mathias Brodkorb, als Schirmherr für das nationale Schülerparlament zu gewinnen.

Vom 26. bis 28. Januar 2016 trafen sich Schüler:innen aus mehreren Rostocker Schulen zum ersten Rostocker Schülerparlament in den Räumlichkeiten der Universität Rostock.

Da fünf der teilnehmenden Schüler:innen die Stadt beim Europäischen Parlament vertreten sollten, wurde beschlossen, die gesamte Veranstaltung, einschließlich der Diskussionen im Bürgerschaftsaal der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, komplett in englischer Sprache abzuhalten, was auch in den späteren Parlamenten beibehalten wurde.

Unter dem Gesichtspunkt „Wie sieht die Zukunft des Menschen aus?“ beschäftigten sich über 80 Schüller:innen aus fünf Rostocker Schulen in Workshops mit dem Problem.

Das nationale Schülerparlament fand einen erfolgreichen Abschluss im Bürgerschaftssaal. Dort überreichten Vertreter aller fünf Arbeitsgruppen ihre Resolution an Herrn Prof. Dr. Schareck in seiner Funktion als Präsident des Kuratoriums der Gesundheitswirtschaft.

Nach Abschluss des Rostocker Parlamentes konnten fünf Schüler im Sommer zum Finale nach Manchester reisen, um Rostock im Rahmen des Europäischen Parlamentes zu vertreten. Europäische Vertreter:innen diskutierten zur synthetischen Biologie und Neurowissenschaften.

Gemeinsam mit Vertreter:innen aus 13 europäischen Ländern fassten sie die Erkenntnisse aller Jugendlichen zusammen und verabschiedeten eine gemeinsame Resolution.

Das Highlight: Am 27. Juli 2016 übergaben die Schülerinnen und Schüler im Council Chamber der Manchester Town Hall ihre Resolutionen an Robert-Jan Smits, Generaldirektor für Forschung und Innovation der Europäischen Union und Julie Ward, Abgeordnete im Europäischen Parlament und Mitglied im dortigen Ausschuss für Kultur und Bildung.

Insgesamt diskutierten in den vergangenen Monaten rund 1.500 junge Menschen und mehr als 100 Wissenschaftler:innen europaweit in regionalen Parlamenten und Sitzungssälen zur Materie „Die Zukunft des Menschen“.

Besonders freute uns, dass einer unserer Delegierten aus Rostock, Tuan Tung Nguyen vom Innerstädtischen Gymnasium, von den Organisatoren ausgewählt wurde, um mit einer weiteren Delegation die Abschlussresolution aus Manchester in Brüssel zu übergeben.

Rathaus in Manchester, Ort des Schülerparlamentes
Manchester: Letzte Vorbereitungen vor der Debatte
Manchester: Während der Debatte
Manchester: Während der Debatte

Rostocker Schülerparlament 2018

Da unser Verein 2016 das Nationale wie das Europäische Schülerparlament in Zusammenarbeit mit „Wissenschaft im Dialog“ so gut gemeistert hatte, gab es keinen Zweifel, dass wir uns auch 2018 für eine Beteiligung stark machten. So war Rostock zum zweiten Mal dabei wenn es hieß „Debate Science – Europäische Schülerparlamente“, mit dem Ziel: Sommerfinale in Toulouse.

Ab dem 30. Januar 2018 gab es an ausgewählten zentralen Standorten Plakate im Stadtgebiet zu sehen, die das 2. Rostocker Schülerparlament ankündigten und bis zum 19. Februar hingen blieben. Der Verein machte mit den blau-weißen Plakaten einmal mehr auf ein wichtiges Ereignis in der Stadt aufmerksam.

Als Schirmherr konnten wir dieses Mal Herrn Christian Pegel, damaliger Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, gewinnen. Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung waren wichtige Komponenten zum neuen Thema „The Future of Mobility“.

Vom 20. – 22. Februar 2018 fand das 2. Rostocker Schülerparlament an der Universität Rostock (Campus Südstadt) statt. Die Schüler:innen beschäftigten sich mit Visionen von selbstfahrenden Autos oder mit einer digitalen Welt voller Vernetzungen. Neben wichtigem technischen Fortschritt, dem notwendigen Ausbau der Infrastruktur und einem Umdenken in der Bevölkerung gab es viele Punkte, die die Mobilität in der Zukunft beeinflussen konnten.

Über vierzig Schüler:innen aus fünf Schulen aus der Klassenstufen elf und zwölf der Hanse- und Universitätsstadt berieten über ihre Visionen der Mobilität, unterhielten sich mit Experten und mit Gleichaltrigen, wie die europäische Zukunft aussehen sollte.

Höhepunkt war die politische Debatte im Bürgerschaftssaal der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, in denen die Jugendlichen ihre erarbeiteten Thesen den anderen Arbeitsgruppen vorstellten und zur Abstimmung brachten. Nicht alles wurde „durchgewunken“, vieles auch heiß diskutiert und zwar ausschließlich in englischer Sprache, wie auch beim ersten Schülerparlament.

Wie schon zuvor wurde eine Delegation von fünf Schüler:innen zum Europäischen Schülerparlament entsandt, welches dieses Jahr in Frankreich stattfand. Erfolgreich vertrat die Rostocker Delegation unsere Stadt im wunderschönen Toulouse.

Conseil Départemental,, Ort der Debatte
Toulouse: unsere Delegierten
Toulouse: während der Debatte
Toulouse: während der Debatte

Rostocker Schülerparlament 2020

Fridays for future – das steht für demonstrierende Jugendliche, die sich für den Klimaschutz einsetzen und alternative Ideen für ihre Zukunft fordern. Der jungen Generation ist die Welt nicht gleichgültig. Im Gegenteil, sie wollen die Zukunft aktiv mitgestalten. Für Schüler:innen der Hanse- und Universitätsstadt und dem Landkreis bot unser Verein mit dem 3. Rostocker Schülerparlament erneut die Möglichkeit, über künftige Technologien zu debattieren. Vom 4. bis 6. Februar 2020 fand das Treffen im neu gegründeten Digitalen Innovationszentrum (DIZ) statt. Inhaltliche Schwerpunkte waren Themen, wie autonome Fahrzeuge, die künftige Mobilität in Städten sowie medizinischen Optimierungen am menschlichen Körper und einer möglichen Kombination mit digitalisierten Hilfsmitteln.

Zur Eröffnung des 3. Rostocker Schülerparlamentes am 4. Februar 2020 war auch das NDR Fernsehen vor Ort und berichtete am selben Abend im „Nordmagazin“ in einem filmischen Beitrag über die Eröffnung des Parlamentes.

Nach Firmenbesichtigungen, Diskussionen in Workshops und dem Meinungsaustausch mit Experten, fand am 6. Februar 2020 das 3. Rostocker Schülerparlament mit einer parlamentarischen Debatte seinen Abschluss. Zuvor wurden die Teilnehmer von der Bürgerschaftspräsidentin, Frau Regine Lück, im Bürgerschaftssaal des Rathauses begrüßt.  Herr Peter Stein, Mitglied des Deutschen Bundestages, nahm die verabschiedete Resolution von den Schülern entgegen. Herr Stein zeigte sich von der Arbeit und dem Engagement der Schülerinnen und Schüler sehr beeindruckt.

Wir hatten mit unserer Veranstaltung Glück, denn ein weltumspannendes Ereignis warf bereits seinen bedrohlichen Schatten voraus: Die Corona-Pandemie. Am 27. Januar gab es in Deutschland den ersten Corona-Fall. Kurz nach Abschluss des Rostocker Schülerparlamentes wurden erste Veranstaltungen gestrichen, um der Ausbreitung der Pandemie Einhalt zu gebieten.

Bald darauf beschloss die damalige Bundesregierung den ersten Lockdown, der am 22. März in Kraft trat. Viele Länder folgten mit ähnlichen Maßnahmen.

Es war klar, ein Schülerparlament auf europäischer Ebene würde es 2020 nicht mehr geben. 2022 schien sich die Pandemie endlich abschwächen, doch ein 4. Rostocker Schülerparlament war nicht mehr umsetzbar. Die Schulen hatten großen Nachholbedarf beim Schulstoff, die Gesellschaft war zunehmend digitaler geworden und das Schülerparlament in der alten Form nicht mehr zeitgemäß. Unser Verein beschloss daher, das erfolgreiche Format erst einmal ruhen zu lassen.

Bürgerschaftssaal im Rostocker Rathaus: während der Debatte
Bürgerschaftssaal im Rostocker Rathaus: während der Debatte
Bürgerschaftssaal im Rostocker Rathaus: Übergabe der Resolution an Herrn Stein, Bundestagsabgeordneter