Rostock’s Eleven startet 2026 neu

Die beteiligten Kandidatinnen und Kandidaten sowie ihre Themen

Judith Osterloh

Forschungslabor für Biomechanik und Implantattechnologie (FORBIOMIT) Orthopädische Klinik und Poliklinik | Universitätsmedizin Rostock

Ein falscher Schritt – ein „Plopp“ im Knie

Ein vorderer Kreuzbandriss ist eine der häufigsten Verletzungen im Sport, die meist mit Schmerzen, Operation und monatelanger Reha verbunden ist. Doch was, wenn sich das vordere Kreuzband gezielt stärken ließe? Neue Studien zeigen, je größer die Oberschenkelmuskulatur, desto größer das vordere Kreuzband. Ich untersuchte daher, ob Krafttraining nicht nur den Muskel, sondern auch das vordere Kreuzband vergrößert. Das Ergebnis: Ein Training mit niedrigen Lasten plus Blutflusseinschränkung (Manschetten) erhöhte signifikant das Kreuzbandvolumen und könnte neue Präventionsmöglichkeiten eröffnen.

Melanie Schuy

Institut für Grundschulpädagogik | Philosophische Fakultät | Universität Rostock

Passt mein Auto in diese Parklücke?

Längenschätzungen werden in vielen Alltagssituationen benötigt. Daher besteht ein Ziel des Mathematikunterrichts darin, dass Kinder am Ende ihrer Grundschulzeit Längen sachadäquat schätzen können. Während bisherige Forschung zeigt, dass es Kindern schwerfällt, eine hohe Schätzgenauigkeit zu erzielen, wurde die Schätzgeschwindigkeit bislang noch gar nicht in den Blick genommen. Um Kinder im Unterricht besser im Schätzen unterstützen zu können, untersuche ich im Rahmen meines Promotionsprojekts, wie Genauigkeit und Geschwindigkeit miteinander zusammenhängen und welche Faktoren beide Komponenten beeinflussen.

Steve Lebing

Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN)

Lust auf Laufband – Schweine im freiwilligen Training

Dieses Promotionsprojekt schafft die methodische Grundlage für ein standardisiertes Gewöhnungs- und Trainingsprotokoll für die Nutzung eines angepassten Laufbands für Schweine. Die Tiere lernen dabei, das Laufband rein aus Eigenmotivation anzusteuern.

Genau dieses Setting erlaubt es, die Folgen dieser Bewegung zu erfassen und zu bewerten -von Veränderungen im Aktivitäts- und Sozialverhalten bis hin zu möglichen Effekten auf die Fleischqualität, die Gesundheit sowie dem Tierwohl.

Carl Bukowski

Thünen-Institut für Ostseefischerei

Take my breath away – Wie Sauerstoffmangel und Temperaturstress den Dorsch in Bedrängnis bringen

Kaum ein anderer Fisch ist so gut untersucht wie der Dorsch. Die Dorschbestände in der Ostsee sind jedoch trotz dieser Kenntnisse kollabiert und zeigen keinerlei Erholungsanzeichen, obwohl die Fischerei eingestellt ist. Offenbar spielen die Umweltbedingungen – Temperatur und Sauerstoff – inzwischen die entscheidende Rolle. Carl Bukowski gibt Einblick in die Entwicklung des Ökosystems Ostsee und zeigt, warum der Dorsch unter den derzeitigen Bedingungen wahrscheinlich nie wieder eine Ressource für Berufsfischer und Angler wird.

Marie Luise Voß

Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT)

»The music flees from Vienna – the music, the smile and the dance…« – Ausprägungen Wiener Musikkultur im US-amerikanischen Exil der 1930er und 40er Jahre

Das Exil war in den 1930er Jahren für hunderttausende Menschen in Europa die einzige Möglichkeit, den Nationalsozialisten zu entkommen. Die USA wurden für viele von ihnen zur neuen Heimat.

Im Zentrum meines Vortrags stehen Wiener Komponisten, die um 1938 ins US-amerikanische Exil geflüchtet sind. Einige von ihnen haben sich noch einmal künstlerisch mit ihrer Heimatstadt Wien beschäftigt – in Filmmusiken, Broadway-Musicals oder Orchesterwerken. Ziel meiner Forschung ist es, die Vielfalt der aufgegriffenen musikkulturellen Aspekte Wiens darzustellen und nach ihren jeweiligen Funktionen zu fragen. Diese reichen von individuellen biografischen Reflexionen bis hin zu Formen kultureller Transfers.

Nadine Müller

Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik Kühlungsborn (IAP)

Mit Lasern auf Kurs: Wie Lidar dazu beiträgt, die Schifffahrt auf der Ostsee sicherer zu machen.

Was, wenn die satellitengestützten Navigationssysteme aufgrund von Störungen oder Manipulationen versagen? Ist R-Mode der Retter in der Not? Dieses terrestrische Navigationssystem nutzt Radiowellen zur Positionsbestimmung und könnte als Backup genutzt werden. Doch Radiowellen breiten sich nicht immer gleich durch die Atmosphäre aus.

Mittels Laser durchschauen wir die Atmosphäre 30 bis 80 km über uns. Unsere Messdaten tragen dazu bei, zu berechnen, wann die Atmosphäre Schiffe vom Kurs abbringt, mit dem Ziel, die Navigation auf der Ostsee sicherer zu machen.

Mette Bluhm

Institut für Soziologie und Demographie | Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät | Universität Rostock

Der Wert von Zeit: Warum einige Familien mehr Zeit haben als andere

Welche systematischen Vor- und Nachteile haben Personengruppen in Bezug auf ihre Zeitnutzung? Um Zeitungleichheit in Familien zu beschreiben, betrachte ich in meiner Forschungsarbeit, welchen Einfluss das Geschlecht, die Arbeitsbedingungen und der Bildungsstand der Eltern auf die Zeitnutzung in Familien haben. Ein zentrales Thema ist die Zeit mit eigenen Kindern und wie diese durch prekäre Arbeitsbedingungen wie Schichtarbeit, Befristung und Niedriglohn beeinflusst wird. Dazu untersuche ich die Tagesverläufe von Eltern mit Kindern unter 10 Jahren im Haushalt und wie sich die Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringen nach verschiedenen Parametern unterscheidet.

Judith Louise Pieper

Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD

KI für Tierwohl: Gesundheitsmonitoring zur Frühdiagnose bei Milchkühen

Wie geht es der Kuh – objektiv, kontinuierlich und ohne zusätzlichen Stress für das Tier? Das Fraunhofer IGD entwickelt KI-gestützte Kamerasysteme, die Bewegungsabläufe von Milchkühen automatisch erfassen und analysieren. Mithilfe moderner Computer Vision werden Lahmheiten und andere Krankheitsanzeichen frühzeitig erkannt – noch bevor sie offensichtlich sichtbar sind. So erhalten Landwirt*innen eine datenbasierte Entscheidungsgrundlage für gezielte Maßnahmen, mehr Tierwohl und eine nachhaltige, wirtschaftlich stabile Milchproduktion.

Maxi S. Kniffka

Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR)

Geburtsstation geschlossen – wie lange dauert die Fahrt ins nächste Krankenhaus?

Seit 2014 ist die Zahl der Geburtsstationen in Deutschland stark gesunken. Was bedeutet das jedoch für Schwangere, wenn sich die Fahrzeit zur Klinik verlängert? Ungeplante Geburten außerhalb von Krankenhäusern bergen hohe Risiken für Mutter und Kind. Ein großes regionales Ungleichgewicht ist entstanden: Von den 186 deutschlandweit geschlossenen oder umgezogenen Entbindungsstationen sind nur 27 für 90 Prozent des Anstiegs bei kritischen Fahrzeiten verantwortlich. Verlängern sich Anfahrtswege auf kritische Fahrzeiten, müssen andere Lösungen für Schwangere geschaffen werden.

Pratidhwani Biswal

Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP

„Waste to Best“ – Vom Konzept zur Realität

Frische Luft, grüne Gärten und saubere Umwelt sind für viele Menschen selbstverständlich. Doch in zahlreichen Regionen Europas und weltweit führt Umweltverschmutzung bereits zu erheblichen Gesundheitsproblemen.

In meinem Forschungsprojekt untersuche ich, wie das Konzept „Waste to Best“ mithilfe innovativer Beschichtungstechnologien Realität werden kann. Ziel ist es, Abfallstoffe sinnvoll zu nutzen und gleichzeitig einen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen zu leisten. Die entwickelten Ansätze verbinden Ressourcenschonung mit einem möglichen Lösungsweg zur Bekämpfung der Erderwärmung und leisten damit einen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz.

Lev Naumov

Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW)

Können die Ostsee-Todeszonen wieder schrumpfen? – Spurensuche im Sauerstoffhaushalt eines Meeres

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben sich sauerstoffarme und komplett sauerstofffreie Gebiete am Grund der Ostsee verzehnfacht; für Fische, Muscheln, Krebse und viele andere Organismen sind dies Todeszonen. Doch wie kam es dazu – und wie könnte sich die Lage künftig entwickeln? Weil systematische Messdaten erst seit den 1980er Jahren vorliegen, rekonstruiert Lev Naumov, Postdoc am IOW, die Entwicklung per Computermodell.

Er berechnet das Sauerstoffbudget der Ostsee seit den 1940er Jahren und untersucht Prozesse, die Sauerstoff verbrauchen. Auf dieser Basis simuliert er Zukunftsszenarien: Könnten sich die Todeszonen zurückbilden – und wenn ja, unter welchen Bedingungen?

Luisa Zach

Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT)

Licht als Werkzeug der Chemie oder: Wie CO2 zum Rohstoff wird

Pflanzen wandeln mittels Licht Wasser und CO2 in Biomasse um, die Grundlage unserer Nahrung. Diesen Prozess im Labor zu imitieren, ist international ein heißes Thema. Denn damit würde das klimaschädliche CO2 zu einem wertvollen Rohstoff für eine nachhaltige Chemie.

Das Gas ist jedoch enorm stabil und kaum reaktionsfreudig, sodass die Forschung hier tief in den chemischen Werkzeugkoffer greifen muss. Luisa Zach nutzt am LIKAT UV-Licht, um CO2-Moleküle mit sich selbst zu kuppeln. Dadurch wird Oxalat gebildet, ein wichtiger Baustein für die chemische Industrie, der bislang auf fossiler Basis und unter hohem Energieaufwand entsteht.

Rostock’s Eleven 2023

Die Biologin Annkatrin Pahl hat den Wettbewerb „Rostock’s Eleven“ gewonnen.

Sie überzeugte die fachkundige Jury mit einem Vortrag über die Sozialbeziehungen von Rindern. Annkatrin Pahl ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) Dummerstorf. Der Preis, der mit 365 Euro dotiert ist, wurde ihr am 9. Juni 2023 auf der Abschlussveranstaltung in der Aula der Universität Rostock überreicht.

Gewinnerin des Wettbewerbes 2023: Annkatrin Pahl (Foto: Thünen OF)

Am 8. Juni 2023 waren elf Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus Rostock und Umgebung angetreten, um ihre Forschungsergebnisse in jeweils 15 Minuten mit anschließender kurzer Fragerunde zu präsentieren. Die Jury, Journalistinnen und Journalisten aus dem gesamten Bundesgebiet, betonte die hohe Anschaulichkeit aller Vorträge und zeigte sich beeindruckt von der herausragenden visuellen Aufbereitung. Die Gewinnerin des Wettbewerbs Annkatrin Pahl führte in ihrem Vortrag aus, dass das bessere Verständnis des Soziallebens der Nutztiere essentiell für die Verbesserung des Tierwohls sei. Ulrich Grünewald, Mitglied der Jury, hob hervor, dass es ihr gelang zu zeigen, dass Wissenschaft Spaß machen kann: „Annkatrin Pahl ist es geglückt, Wissenschaft und gute Laune auf beeindruckende Weise zu verbinden.“

(Aus der Pressemitteilung der Universität Rostock vom 9. Juni 2023)

Rostock’s Eleven 2023

Vom 7. bis 9. Juni 2023 findet unser 14. Workshop „Rostock’s Eleven“ statt. Es handelt sich hierbei um einen Wettbewerb in Wissenschaftskommunikation. Seit 2009 laden wir interessierte Journalisten ein, sich für einen Platz in der Jury zu bewerben. Nutzen Sie dazu den Anmeldebogen (siehe unten).
Die Unterbringung erfolgt voraussichtlich im B&B Hotel City West in der Nähe des Stadthafens. Auf Antrag kann ein Reisekostenzuschuss gewährt werden. Kosten für ein Taxi sind jedoch ausgeschlossen.
Sollte die Veranstaltung wegen der Pandemie oder anderen Ereignissen nicht vor Ort stattfinden können, müssen wir die Veranstaltung ersatzlos absagen.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern telefonisch unter 0381-498 56 90 oder per E-Mail an denken (at) rostock365 (dot) de zur Verfügung.

Downloads
Anmeldeformular 2023
Flyer 2023
Pressemappe 2023 kurz
Pressemappe 2023 lang

Rostock’s Eleven 2022

13. Workshop

Dana Kathrin Dohr hat den Wettbewerb „Rostock’s Eleven“ gewonnen

Sie überzeugte die fachkundige Jury mit einem Vortrag über das Cochlea-Implantat der Zukunft. Dana Kathrin Dohr ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie “Otto Körner“ der Universitätsmedizin Rostock. Der Preis, der mit 365 Euro dotiert ist, wurde ihr am 3. Juni 2022 auf der Abschlussveranstaltung in der Rostocker Hochschule für Musik und Theater überreicht.

Am 2. Juni 2022 waren elf Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus Rostock und Umgebung angetreten, um ihre Forschungsergebnisse in jeweils 15 Minuten mit anschließender kurzer Fragerunde zu präsentieren. Die Jury, Journalistinnen und Journalisten aus dem gesamten Bundesgebiet, hob die hohe Anschaulichkeit aller Vorträge hervor. Dana Dohr habe zudem durch ihre herausragende Präsenz auf der Bühne überzeugt. Darüber hinaus habe sie dem Publikum ganz tolle, exklusive Einblicke in die von ihr erhobenen Forschungsdaten gegeben.

Dana Dohr hat Medizinische Biotechnologie an der Universität Rostock studiert und 2019 mit einem Master of Science abgeschlossen. Seit 2019 ist sie Mitarbeiterin und Doktorandin an der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie „Otto Körner“.

PM der Universität Rostock